SCHREBERS Er.de GARTENFORUM - Tipps für Garten- und Blumenfreunde
Bodenvorbereitung / Nährstoffangebot
Tiefenlockerung
Viele Kleingartenanlagen werden außerhalb von Großstädten auf ehemaliger landwirtschaftlicher Nutzfläche angelegt. Daher besteht meistens eine Bodenverdichtung in ca. 60 - 80 cm Tiefe (Raseneisenstein).
Rigolen
Es ist wichtig, die einzelnen Bodenschichten nicht zu mischen. Tief lockern - flach wenden. Bei sehr schweren Böden kann man in die oberste Schicht scharfkörnigen Sand zur nachhaltigen Strukturverbesserung mit einbringen.
Holländern
Ist die Bodenverdichtung nur in etwa 25-30 cm Tiefe, so spricht man von einer Pflugsohlenverdichtung. Hier reicht eine Lockerung von einer Tiefe entsprechend zwei Spatenstichen. Auch hierbei wird nur flach gewendet. Man spricht vom "Holländern".
Bodenuntersuchung
Jeder neu für den Kleingärtner übernommene Boden sollte erst einmal auf pH-Wert und Hauptnährstoffe untersucht werden. Ohne Bodenuntersuchung arbeitet man im Garten wie ein Blinder, der im fremden Gelände wandern will. Alle 4 - 5 Jahre sollte die Bodenuntersuchung wiederholt werden.
Bodenverbesserung
Kein Boden ist so reich mit Nährstoffen, Humus und Spurenelementen ausgestattet oder deren Verhältnis zueinander so harmonisch, als dass es nicht noch etwas zu verbessern gäbe.
Humus
Wesentlich zur Fruchtbarkeit trägt der Humus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen bei. Am dauerhaftesten und nachträglichsten verbessert man einen Boden durch Flächenkompost (Mulchen). Hierzu eignet sich jedes zerkleinerte Material. Gesunde Gemüseabfälle (erkennbar frei von Krankheits- und Schädlingsbefall), die gleich auf dem Beet bleiben, oder Laub, Rohkompost, d.h. 6 Wochen alter Mietenkompost, sind das allerbeste, da so die Bodenlebewesen das Nahrungsangebot in optimaler Form erhalten. Weniger geeignet, manchmal sogar sehr bedenklich, sind industriell hergestellte Komposte und Rindenprodukte wegen ihrer eventuellen Belastung mit Schwermetallen und möglicherweise anderen chemischen Rückständen. Durch die immerwährende Mineralisierung in der Oberbodenschicht werden die Pflanzen optimal versorgt, und es erübrigt sich meistens eine ergänzende Düngung.
Lebendverbauung
Das optimale Verhältnis der Teile im Boden ist:
50 % feste Bestandteile, d.h. Mineralien, Humus, Nährstoffe und Kleinlebewesen
25 % Luft im immerwährenden Austausch
25 % Wasser zum Lösen der Nährsalze
Die Bodenlebewesen wandeln Pflanzenteile in Humus um und sorgen für die weitere Mineralisierung. Insbesondere der Regenwurm trägt durch seine Tätigkeit zu einem optimalen Verhältnis der Bodenbestandteile zueinander bei. Wenn der Boden durch das Zusammenspiel aller Bodenlebewesen einen guten Zustand erreicht hat, spricht man von einer Lebendverbauung. Von einer Bodengare spricht man auch: Es gibt die Frostgare, Schattengare und Bearbeitungsgare. Die weitaus beständigere Gare ist ein stabiler Zustand in der Krümelstruktur, welchen die Bodenlebewesen, besonders die Regenwürmer, im Boden herstellen. Der stabile Regenwurmkot enthält besonders viele Nährstoffe, die pflanzenverfügbar sind. Die Durchmischung der einzelnen Bodenschichten schafft auch bis in größere Tiefen eine bessere Struktur. Die Regenwürmer suchen bei Frost in größeren Tiefen Sicherheit. Beim Bau der senkrechten Gänge und dem damit verbundenen Bodentransport geschieht eine Vermischung der Ober- und Unterbodenschicht. Sind genügend Regenwürmer vorhanden, so dass auch das übrige Bodenleben optimal mitarbeiten kann, erhöht sich die Stabilität der Krümelstruktur.
Bodenschutz
Der Kleingärtner hat es in der Hand, seinen Boden selber zu schützen. Der Boden wird nicht der prallen Sonne zum Ausdörren ausgesetzt. Er wird auch nicht dem Platzregen zum Verschlämmen und Verkrusten überlassen. Er wird auch nicht mit Unkrautvernichtern, Pilz- oder Insektenbekämpfungsmitteln belastet. Bei nassem Wetter, besonders im Frühjahr, wird der Boden nicht durch vieles Begehen verdichtet (Bretter auslegen). Der beste Schutz des Bodens ist immer eine Mulchschicht. Der Natur absehen, sie lässt kein Stückchen eines Bodens unbedeckt.
Wintertrockenschäden können oft vermieden werden, wenn im Herbst noch rechtzeitig für genügend Feuchtigkeit gesorgt wird. Immergrüne Pflanzen können am besten durch eine Mulchschicht geschützt werden.
Bodenschutzrecht
Die rechtliche Seite des Bodenschutzes soll ein Bodenschutzgesetz regeln, das derzeit auf Bundesebene vorbereitet wird.
Erhalten der Fruchtbarkeit
Oberstes Gebot ist die Schonung des Bodenlebens, besonders der Regenwürmer. Zum Umgraben, soweit dies erforderlich ist, benutzt man eine Grabegabel, keinen Spaten. Wenn der Boden so weit in seiner Struktur ist, dass man mit zwei Fingern, ohne Werkzeug, ein Pflanzloch machen kann, erübrigt sich das Umgraben. Eine Lockerung mit dem Sauzahn oder ein Anlüften mit einer Gabel genügt, um Luft in tiefere Schichten zu bringen. Durch andauerndes Nahrungsangebot (Mulchschicht) für den Regenwurm übernimmt dieser Tiefenlockerung und Nährstoffaufbereitung. Nicht nur Regenwürmer, sondern viele Organismen der komplizierten Lebensgemeinschaft im Boden reagieren sehr empfindlich auf Mineraldüngergaben, besonders wenn sie zu hoch dosiert sind.