SCHREBERS Er.de GARTENFORUM - Tipps für Garten- und Blumenfreunde
Kräuter
Ein Kräuterbeet im Garten ist eine perfekte Ergänzung zum Gemüsebeet und lohnt sich aus mehreren Gründen: Zum einen haben Hobbyköche so immer das richtige Kraut für ein leckeres Gericht parat (man kann einige Kräuter zum Beispiel in einen mit wenig Wasser gefüllten Eiswürfelbereiter einfrieren. So hat man auch im Winter frische Kräuter!) Und außerdem liefert ein Kräuterbeet wunderschöne Blüh- und Duftpflanzen, die eine sehr lange Gartentradition besitzen. Schon Karl der Große schrieb gewisse Kräuter in seinen Gärten vor.
Auswahl der Pflanzen
Hier sollte wieder auf die Verzehrgewohnheiten des Einzelnen Rücksicht genommen werden, aber auch auf die Größe des Gartens. Einige Pflanzen breiten sich sehr stark aus und sollten aus diesem Grund besser in begrenzenden Gefäßen (Kübel) gepflanzt werden.
Pflanzen
Die Beete sollten nicht breiter als 1,5 m sein und möglichst von zwei Seiten erreichbar.
Die Pflanzen vor dem Einsetzen gut wässern. Setzen Sie sie zuerst in den Töpfen auf das Beet. So können Sie den Platzverbrauch und die Gesamtwirkung Ihrer Pflanzung besser beurteilen. Die Pflanzlöcher sollten groß genug sein, um die Kräuter bequem darin aufzunehmen. Oftmals stehen einige Kräuter auch in Staudenrabatten, da sie sehr schön blühen.
Die Pflanzabstände sollten der späteren Höhe und Breite der Pflanzen angemessen sein.
Pflegen
Wuchernde Pflanzen
Minzen oder Waldmeister zum Beispiel wuchern sehr stark. Ihre Ausbreitung lässt sich eingrenzen, wenn man sie in ausreichend großen Containern (mit Wasserloch!) einpflanzt, die in der Erde versenkt sind. Die Pflanze sollte jedes Frühjahr geteilt und der Topf vor der Neupflanzung mit frischer Erde aufgefüllt werden.
Schneiden
Schneiden regt das Wachstum an und sorgt für gut geformte Pflanzen. Bei verholzenden Kräutern (z.B. Salbei) werden die Triebe höchstens um 1/3 von oben gekürzt. Bei nicht verholzenden Kräutern (z.B. Zitronenmelisse) werden die Triebe bei der Ernte immer direkt über der Erde abgeschnitten.
Wässern
Nach dem Pflanzen gründlich wässern, bis die Pflanze gut angewachsen ist. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Thymian (Trockenkünstler) brauchen Bewässerung nur, wenn es lange sehr trocken ist.
Ernten
Generell gilt: Kurz vor der Blüte ist die beste Zeit, denn dann ist die Konzentration der Inhaltstoffe in den Blüten am höchsten.
Besonderes
Trocknen: Bündeln und "verkehrtherum" aufhängen. Getrocknete Blätter abzupfen und in verschließbaren Behältern aufbewahren.
Kulturansprüche
Standort
Viele beliebte Kräuter stammen aus dem Mittelmeerraum. Sie bevorzugen einen sonnigen, möglichst windgeschützten Standort mit magerer Erde, die gut wasserdurchlässig ist (Origanum, Rosmarin (nicht winterhart!), Salbei, Bohnenkraut, Weinraute, Ysop, Thymian, Lavendel).
Es gibt aber auch Kräuter, die auf humusreicherem Boden wachsen wollen (Schnittlauch, Petersilie, Kümmel), in schattigen Lagen (Waldmeister, Minze) oder auf frischen Böden (Zitronenmelisse, Sauerampfer, Pimpinelle). Die Auswahl der Kräuter sollte also nach dem Standort getroffen werden.
Die Vorlieben der jeweiligen Kräuter kennt Ihr Gärtner oder sie stehen in Fachbüchern.
Bodenbedürfnisse
Nur wenige der beliebten Küchenkräuter benötigen reichliche Nahrung. Jährliches Mulchen mit organischem Dünger, Kompost oder zerteilter Rinde reicht (nicht mehr als einen Eimer Kompost pro qm im Jahr.) Am besten bringt man diesen - um den Austrieb nicht zu stören - im zeitigen Frühjahr aus.
Bei nassen, schweren Böden
Düngen und Mulchen nur dann, wenn Pflanzen auch in nährstoffreichen, feuchten Böden gedeihen wollen. Nichtorganische Dünger und schwerer Stallmist sind nicht zu empfehlen. Sie fördern nur den Wuchs, aber der Geschmack fehlt. Die Pflanze wird anfällig für Krankheiten.
Pflanzenschutz
Die meisten Pflanzen benötigen keinen Pflanzenschutz - ganz im Gegenteil: einige Pflanzen kann man als Pflanzenschutzmittel verwenden, z.B. Auszüge aus Schachtelhalm oder Schafgabe.