SCHREBERS Er.de GARTENFORUM - Tipps für Garten- und Blumenfreunde
Steingarten
Für diesen Verwendungszweck gibt es eine Fülle von Pflanzen aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde. Viele einst wildwachsende Gebirgspflanzen sind durch die Züchtung der Gärtner zu heimischen oder zumindest standortgerechten Gartenpflanzen geworden.
Die Anlage eines Steingartens ist oft einfacher, als es sich der Laie vorstellen kann. Wichtig ist, dass man genügend Platz hat, um zunächst einmal das "Alpinum" mit kleinen Hügeln und Mulden zu versehen. Durch diese Modellierung des Geländes entstehen zwangsläufig Schatten- und Sonnenseiten sowie extrem trockene und gut durchfeuchtete Gebiete. Dementsprechend müssen zu diesen vier Hauptstandorten die richtigen Pflanzen ausgewählt werden.
Der Anfänger, dem bisher etwas der Mut gefehlt hat, kann sich jedoch auch mit größeren Pflanzschalen, Kübeln oder Trögen ein kleines überschaubares Refugium schaffen, das jederzeit umgestaltet werden kann.
Die richtigen Pflanzen bekommt man eigentlich in allen gut geführten Staudengärtnereien. Richtige "Hochgebirgspflanzen" werden im norddeutschen Flachland allerdings eher eine untergeordnete Rolle spielen, da sie sich nur schwer an die veränderten Bedingungen wie Intensität der Sonneneinstrahlung, veränderter Luftdruck durch Küstenklima und veränderten Tageslängen gewöhnen können. Es gibt allerdings auch Arten, die durch gärtnerische Züchtungsarbeit einigermaßen mit unseren Klimabedingungen zurecht kommen.
Der Stadtgärtner oder Balkongärtner, der nur die Möglichkeit hat, auf dem Balkon oder in einem kleinen Gärtchen hinterm Haus zu "krautern", kann seine Gefäße mit einer breiten Palette klein bleibender Stauden und Gehölzen ausstatten. Viele Pflanzen entwickeln die Eigenschaft, sich der Größe der Pflanzgefäße anzupassen. Langsam wachsende Gehölze z. B. können während des Austriebs zurück geschnitten werden, um mit einem verkürzten Neuaustrieb wieder die Wuchsform auszugleichen. Stauden erkennen schnell die Wurzelkonkurrenz der Nachbarpflanzen und bleiben dann kleiner. Wichtig ist, dass man sich für Pflanzen entscheidet, die alle winterhart sind und etwa die gleichen Bedingungen an die Feuchtigkeit, die Nährstoffe, die Wärme und das Licht stellen. Das Pflanzgefäß sollte genau wie die darin befindlichen Pflanzen frostfest sein und über eine ausreichende Drainage verfügen.
Die Pflanzerde sollte einem Alpinen-Geröllfeld nachempfunden werden. Es besteht also aus 2 Teilen Erde und 1 Teil Steine. Da in unserer Region Felsgeröll sehr selten ist (Helgoland Buntsandstein und Segeberg Kalksandstein), sollte man dieses Material aus dem Mittelgebirgsraum, dem Harz oder aus den Baumärkten beschaffen. Mit auffallenden Einzelsteinen kann man kleine Landschaften nachbilden, in die man die Pflanzen hineinsetzt.
Das Wässern und Düngen hat je nach Pflanzenart nur sehr vorsichtig zu erfolgen. Ein möglichst langsamer Wuchs ist anzusteuern, um möglichst lange Freude an der Anlage zu haben. Ein Alpinum im Freigelände kann erhebliche Ausmaße annehmen. Wer so eine große Freilandanlage schaffen will, besichtigt vorher zweckmäßiger Weise eine Botanischen Garten, um sich einen Überblick zu verschaffen, was nach Fertigstellung für Kosten und Mühen auf ihn zukommen.