Widerstandsfähige Sorten [ zurück ]

Bodenständige Sorten (Lokalsorten)
Oft sagt schon der Name, in welcher Gegend die Sorte heimisch ist. Kenntnisse über den Entstehungs- / Entdeckungsort lassen Schlüsse auf Standort und Kleinklima zu. Bei Äpfeln besonders typische Sortennamen: Biesterfelder Renette, Dülmener Rosenapfel, Schöner aus Boskop, Zaubergäurenette.

Bei Birnen beobachtet man ähnliche Namen: Stuttgarter Geißhirtle, Nordhäuser Forellen-Birne, Köstliche aus Charneu.

Auch bei den Gemüsearten kann man oft vom Namen die Wünsche an Klima und Boden ablesen. Auskünfte bekommt man meist bei den Fachberatern der Vereine oder den Landesverbänden.

Alte Sorten
Wo möglich, sollte man auch auf alte Sorten zurückgreifen, da diese nicht immer wegen Kulturproblemen ausrangiert wurden, sondern oft, weil sie im Erwerbsanbau unregelmäßig tragen. Einige weitere Gründe können sein: Transportschwierigkeiten, Schwierigkeiten bei der maschinellen Ernte, ungleiche Größe der Früchte, Lagerschwierigkeiten usw.

Resistente bzw. tolerante Sorten
Die Züchtung bemüht sich auf fast allen Gebieten um resistente bzw. tolerante Sorten. Resistente Sorten werden nicht befallen. Tolerante Sorten können bei starkem Schädigungsdruck noch befallen werden.

Obst
Apfelsorten mit gewissen Resistenzen bzw. Toleranzen gegen Schorf und Mehltau gibt es schon. Stachelbeeren resistent, bisweilen nur tolerant gegen Mehltau; in manchen Gärten werden sie dann nach einigen Jahren doch befallen.

Schwarze Johannisbeeren resistent gegen Johannisbeersäulenrost. Virusfreiheit an Obstgehölzen oder virusgetestete Sorten kann man schon am Etikett erkennen.

Gemüse
Chinakohlsorten (Harmony, Parkin) mit einer weitgehenden Toleranz gegen Kohlhernie gibt es schon.

Gegen das Salatmosaikvirus resistente Salatsorten
Britt, Capitan, Cindy, Dolly, Elvira, Floret, Florian, Maridian, Hilds Oliver, Ovation, Petra, Soraya. Bei Eissalat sind es z.B. die Sorten Astral und Mars.

Gegen den falschen Mehltau resistente Spinatsorten
Attica, Correnta, Hattnic, Polka, Solar, Spanda, Sprint, Sputnik, Triade, Trisolde, Valeta, Wolter.
Gurken gibt es resistent gegen Gurkenmosaikvirus, Tomaten resistent gegen Tomatenmosaikvirus und Samtfleckenkrankheit im Gewächshaus.

Bei Erbsen und Bohnen sind gegen bestimmte Pilzkrankheiten resistente Sorten bereits vorhanden.

Bodeneigenschaften bei Sortenwahl berücksichtigen

Obst
Bei Obstbäumen und Sträuchern gibt es nicht nur Arten, die bestimmte Böden bevorzugen, sondern auch Sorten und Unterlagen. Am besten bei einer heimischen Baumschule nachfragen.

Gemüse
Es gibt auch bei Gemüse sortentypische Ansprüche an den Boden, sie sind aber nicht so sehr innerhalb einer Art ausgeprägt wie beim Obst.

Lehmböden
Fast alle Kohlarten (Blumenkohl; nicht allzu nass), Erbsen, Bohnen, Sellerie, Rettich, Radieschen, Porree, Rhabarber, Spinat, Tomaten.

Sandböden
Es können auch auf Sandböden fast alle Gemüsearten gezogen werden, sie müssen nur ausreichend feucht gehalten werden. Sandböden liebend: Kohlrübe, Möhre, Salat, Spargel (nur wegen des Dammes), Zwiebeln.

Kalkversorgung
Bis auf wenige Ausnahmen lieben die Gemüsearten einen pH-Wert zwischen 6 und 7/7,5 pH lieben besonders: Chinakohl, Mangold, Möhre, Porree, Wurzelpetersilie.

© Quelle: Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.
Steinerstraße 52, 53225 Bonn, Text: Heinrich Leumer

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