SCHREBER'S Bodenverbesserer, Fertigerden und Substrate richtig einsetzen.

Informationen zu den Themen Bodeneigenschaften, Bedürfnisse der Pflanzen und Düngung

BODEN

Sparten mit Erde voller BodenlebenDer Boden dient den Pflanzenwurzeln als Halt und fungiert als Wasser- und Nährstoffreservoir für das Pflanzenwachstum.

Der natürliche Boden besteht aus mehreren Schichten, welche ineinander übergehen. Oben decken Laub und Gras als Mulchschicht die darunter liegende Rotteschicht ab. Diese etwa 5 cm starke Schicht bildet die Lebensgrundlage für Kleintiere und Pilze, welche die oberste Schicht zu Humus umsetzen. Die darunter liegende dritte Schicht, die Humusschicht, ist ca. 20 – 30 cm dick. Sie ist besiedelt von einer Vielzahl von vorwiegend Mikroorganismen, die durch ihr reges Bodenleben den Pflanzen Nährstoffe und Wasser verfügbar machen – somit wesentlich sind für die Bodenfruchtbarkeit. Sie gilt es zu fördern und zu schützen. Dazu gehören verschiedenste Arten von Bakterien, Algen und Wurzelpilze, aber auch Organismen wie Milben, Springschwänze, Asseln und Regenwürmer. Letztere lockern mit ihren Gängen den gesamten Boden auf und durchmischen die einzelnen Schichten. Diese Kleinlebewesen im Milliardenvorkommen pro Kubikzentimeter erreichen in den oberen Schichten des Bodens ein Gewicht von 2,5 kg pro Quadratmeter. Die untere Schicht, die Mineralschicht, besteht hauptsächlich aus verwittertem Gestein mit einer standortbedingten Tiefe bis zu etwa 2,50 m.

Ein nasser Boden ist nicht nur schwer zu bearbeiten. Es besteht außerdem die Gefahr, dass die Poren, die für die Versorgung der Mikroorganismen mit Luft und der Abführung des Wassers wichtig sind, verdichten.

Das Umgraben des Gartenbodens zur Förderung der Bodengare erfolgt im Herbst. Genutzt werden sollen die winterlichen Witterungseinflüsse wie Regen, Trockenheit, Frost und Sonne zur Lockerung des Bodens und zur Vertiefung der Krume (der oberen, biologisch aktiven Schichten). Allerdings kann sich auf leichten Böden die tiefe Winterfurche sich nachteilig auswirken: Die dünne (5 -10 cm) mit Bodenleben enthaltene Schicht wird in untere lebensfeindliche Zonen verfrachtet, neue Mikroorganismen-Stämme müssen sich an der Oberfläche erst wieder bilden, die Bodenfruchtbarkeit wird so negativ beeinflusst. Diese Böden sollten daher besser nur mit dem Kultivator aufgelockert werden.

PFLANZENWACHSTUM

ErdbeerenGrundelemente für das Gedeihen von Pflanzen sind Luft und Wasser, Licht und Wärme sowie Nährstoffe.

Die Nährstoffaufnahme erfolgt in zweierlei Form. Kohlendioxid und Sauerstoff nimmt die Pflanze gasförmig über die Blätter auf. Der überwiegende Anteil an Nährstoffen jedoch wird in wasserlöslicher Form über die Wurzeln aufgenommen. Licht, Wärme und Chlorophyll (Blattgrün) werden benötigt zur Umwandlung in wachstumserforderliche Bausteine wie Zucker, Stärke, Fett und Eiweiß. Aus diesen Stoffen werden Blätter, Blüten und Früchte gebildet, überschüssige Kohlenhydrate, Eiweiß oder Fett werden als Vorrat eingelagert.

PFLANZENNÄHRSTOFFE

Nährstoffe unterteilt man je nach ihrem Mengenbedarf in Hauptnährstoffe und Spurenelemente.

Zu den Hauptnährstoffen zählen:

  • Stickstoff (N)
    • ... für das Wachstum der wichtigste Baustein zur Bildung von Eiweißverbindungen, Enzymen, Pflanzenhormonen und Vitaminen.
    • Bei Mangel: Aufhellung der Blätter, Wachstumsstockung.
    • Bei Überschuss: viel Blattmasse, dunkelgrüne Blattfarbe (mit bläulichem Schimmer), weiches Blattgewebe, wenig Blütenknospen, anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.
  • Phosphat (P2O2)
    • ... erforderlich für den Energiestoffwechsel, aktiviert Blüten- und Fruchtbildung.
    • Im Boden führt ein zu hoher Phosphatgehalt zu schnelleren Umsetzungsprozessen, die wiederum zu einem erhöhten Humusverbrauch führen. Blütenreiche Zierpflanzen haben einen höheren Phosphorbedarf.
    • Bei Mangel: Kümmerwuchs, rötliche Färbung und Abfallen der Blätter.
    • Bei Überschuss: Wachstumsstörungen.
  • Kali (K2O)
    • ... zuständig für Wassertransport in der Pflanze, wichtig für Bildung der Widerstandskraft gegen Krankheiten, Parasiten und witterungsbedingte Umwelteinflüsse, maßgebend für Fruchtqualitäten wie Größe, Geschmacksstoffe und Lagerfähigkeit.
    • Bei Mangel: Kümmerwuchs, gelbliche Färbung der Blätter, keine Blüten- oder Fruchtbildung.
    • Bei Überschuss: kommt praktisch im Freiland nicht vor.
  • Kalk (CaO)
    • ... bindet Säuren im Boden, hebt somit den pH-Wert. Fördert das Bodenleben und verbessert Bodengefüge sowie Krümelstruktur. Der Kalkgehalt des Bodens wird über den pH-Wert gemessen. Der optimale pH-Wert für die meisten Pflanzenarten liegt zwischen 5,7 bis 7,0, d.h. in einem schwach sauren bis neutralen Bereich.
    • Bei Mangel: Absterben von jungen Pflanzenteilen, Kümmerwuchs der Knospen.
    • Bei Überschuss: Hemmung der Spurenelementaufnahme, Blattaufhellungen, Kümmerwuchs, Blattabwurf.
  • Magnesium (MgO)
    • ... wichtig für den Stoffaufbau des Blattgrüns (Chlorophyll) und als notwendiger Faktor für Wachstumsprozesse.
    • Bei Mangel: Verfärbungen und gestörtes bis eingestelltes Wachstum der Blätter.
    • Bei Überschuss: Fruchtgewebe von geringer Festigkeit, Anfälligkeit bei Dürre.
  • Sulfat (SO4)
    • ... unerlässlicher Baustein für Eiweißverbindungen und zur Enzymbildung.
  • Spurenelemente
    • ... sind lebenswichtig für die wachsende Pflanze, auch wenn sie nur in sehr geringen Mengen benötigt werden: Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Chlor (Cl), Bor (B), Molybdän (Mo). Eisenmangel beispielsweise führt zu Aufhellungen junger Blätter.

Hohen Nährstoffbedarf haben: Kohlarten, Rhabarber, Sonnenblumen

Mittleren Nährstoffbedarf haben: Zierpflanzen, Obst, Beeren, Kartoffeln, Möhren, Schwarzwurzeln, Sellerie, Porree, Tomaten.

Niedrigen Nährstoffbedarf haben: Zwiebeln, Spargel, Spinat, Salat, Endivien, Mangold.

Vermeidung von Nährstoffverlusten

Überschüssige Nährstoffe versickern besonders schnell in sandigen Böden. Stickstoff wird als Nitrat ausgewaschen und führt so zur Belastung des Grund- bzw. Trinkwassers. Es sollte also nur bedarfsgerecht gedüngt werden. Es empfiehlt sich eine Bodenanalyse (etwa alle 3 Jahre), um den genauen Pflanzenbedarf festzustellen.

Regelmäßige Kompostgaben fördern die Bodenstruktur und steigern Speicherkapazitäten von Nährstoffen und Wasser.

Der Boden sollte möglichst nicht brach liegen, er sollte bewachsen sein oder abgedeckt sein mit Mulchmaterialien (Grüngut, Rindenmulch, Holzschnitzel). Dergestalt werden Austrocknung (Bakterienleben) und Nährstoffauswaschung vermindert.

Erst im Frühjahr düngen, um die Auswaschung durch Niederschläge im Winterhalbjahr zu vermeiden.

DÜNGUNG

Durch das Pflanzenwachstum werden dem Boden Nährstoffe entzogen, diese müssen wieder zugeführt werden in Form von organischen oder mineralischen Düngemitteln.

Die organischen Dünger verbessern die Bodenstruktur und liefern Nährstoffe für die Pflanzen. Organische Zusätze haben entweder tierischen Ursprung (Stallmist, Hornspäne) oder pflanzlichen Ursprung (Grüngut wie Pflanzenteile, Laub), die in verrotteter Form Kompost bilden. Kompost steigert die für das Pflanzenwachstum wichtigen Bodeneigenschaften wie Wasserspeicherkapazität und Humusbildung (Förderung des Bodenlebens). Jedoch muss der organische Dünger erst von den Mikroorganismen zersetzt werden, um die Nährstoffe in eine für die Pflanze verfügbare Form umzuwandeln bzw. zu mineralisieren. Dieser Umsetzungsprozess nimmt in Abhängigkeit von Bodenwärme und Feuchtigkeit einige Zeit in Anspruch, so dass in der Anfangsphase (im Frühjahr) zu wenig Nährstoffe für die wachsende Pflanze verfügbar sind, hingegen später (im Sommer) ein Nährstoffüberangebot entstehen kann.

Die mineralischen Dünger sind im Handel als Einzeldünger oder Gemischtdünger erhältlich, deren Gehalte sehr unterschiedlich sind um den augenblicklichen Ansprüchen der verschiedenen Pflanzenarten ohne Verzögerung gerecht zu werden. Sie sind zu unterscheiden zu Spezialdüngern, den Langzeitdüngern, die die enthaltenen Nährstoffe über einen großen Zeitraum (Monate) nur sehr langsam freisetzen, und somit eine Nachdüngung nicht erforderlich machen. Bei Böden, die über längere Zeit nur mineralisch gedüngt werden, stirbt das Bodenleben, die Bodenfruchtbarkeit sinkt, die Pflanzen gedeihen schlecht und sind anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge.

Zusammenfassung

Organischer Dünger ist Humus- und Nährstofflieferant zugleich. Mineralischer (Handels-)Dünger versorgt die Pflanzen gezielt mit bestimmten Nährstoffen. Optimal für ein gesundes, ertragreiches oder blütenprächtiges Pflanzenwachstum ist die Kombination aus beiden Düngungsarten.


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